VIA Kulturreihe Grenzgänge
Lesung mit Arnhild Lauveng

- © Jeanette Landfald
Arnhild Lauveng und Günther Frauenlob lesen am 01.12.20.10 im Rahmen der Kulturreihe "Grenzgänge" aus "Morgen bin ich ein Löwe - Wie ich die Schizophrenie besiegte" (btb Verlag / Luchterhand Literaturverlag)
Eine Krankheit, die als unheilbar gilt. Eine Frau, die das Unmögliche schafft. Ein Buch, das Mut macht! Die erstaunliche Geschichte einer Frau, der das scheinbar Unmögliche gelang: Seit ihrer Jugend litt Arnhild Lauveng an Schizophrenie, fast zehn Jahre ihres Lebens verbrachte sie in der Psychiatrie. Ihr Leben als Patientin war geprägt von Selbstzerstörung und der niederschmetternden Diagnose, dass ihre Erkrankung unheilbar sei. Doch die junge Frau überwand nicht nur die Krankheit, sondern auch das Gesundheitssystem, das sie gefangen hielt.
Schonungslos offen und zugleich voller Humor schildert sie in ihrem autobiographischen Buch "Morgen bin ich ein Löwe" ihren Weg aus der Schizophrenie und führt uns vor Augen, wie schwer es ist, dem medizinischen Apparat wieder zu entkommen, wurde erst einmal eine Krankenakte angelegt, die den seelischen Verfall dokumentiert. Arnhild Lauvengs Buch ist auch eine Anklage gegen ein System aus Fallstudien, Krankheitsbeschreibungen und Diagnosehandbüchern. Ein System, in dem der Raum für den Menschen hinter der Krankheit umso kleiner wird, je stärker der ökonomische Druck wächst.
Ohne Sentimentalität und falsches Pathos zeichnet sie das Bild eines psychischen Leidens, das immer noch gesellschaftlich stigmatisiert und mit vielen Tabus behaftet ist. Und sie beweist, dass es möglich ist, nicht nur mit der Krankheit zu leben, sondern sie zu besiegen.
"Die Offenheit, mit der Arnhild Lauveng ihr Martyrium schildert, berührt." Frankfurter Allgemeine Zeitung
Arnhild Lauveng, Jahrgang 1972, hat an der Universität von Oslo studiert und arbeitet heute als klinische Psychologin, daneben ist sie erfolgreiche Buchautorin und gefragte Referentin. Für ihr Bemühen um mehr Offenheit im Umgang mit "psychischen Erkrankungen" wurde sie 2004 mit dem Mental Health Prize ausgezeichnet.
Günther Frauenlob, geb. 1965 in Wuppertal, ist in Gütersloh aufgewachsen und seit 1999 wohnhaft in Waldkirch bei Freiburg. Nach der Ausbildung zum Diplom Geographen an der Uni Freiburg und einigen Berufsjahren in der Schweiz, arbeitet er seit 1995 als literarischer Übersetzer für norwegische und dänische Literatur und Sachbücher. Neben dieser übersetzerischen Arbeit betreut Günther Frauenlob seit mehr als 10 Jahren die Redaktion der naturwissenschaftlichen Zeitschrift "natur und mensch". Er ist verheiratet und Vater zweier Töchter.
Mittwoch, 01. Dezember 2010, 19.30 Uhr
Lesung mit anschließendem Gespräch
Veranstaltungsort: Schönhauser Allee 175, 10119 Berlin
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